Flutkatastrophe 2021: Aktion „Vogtland hilft“ - ein Rückblick

Mit der Aktion "Vogtland hilft" will die Diakonie Auerbach konkret im Landkreis Ahrweiler Unterstützung leisten.

Am 14. und 15. Juli traf die Flut vor allem das Ahrthal schwer, forderte 134 Menschenleben und beschädigte 70 Prozent der Häuser entlang der Ahr. Bereits zwei Tage nach der Flut hatte die Diakonie Auerbach die Aktion „Vogtland hilft“ ins Leben gerufen und unterstützt nun seit fünf Monaten im Ahrtal. So konnte bereits vier Tage nach der Flut gemeinsam mit Engagierten vor Ort in Spessart ein Freiwilligencamp aufgebaut werden, in dem zwischenzeitlich mehrere hundert Engagierte aus ganz Deutschland zusammenfanden, um gemeinsam anzupacken. Oft gaben sie ihren Urlaub dafür. Wer im Ahrtal war um zu helfen, hat die Dankbarkeit spüren können und kam auch deswegen gerne wieder. Über fünf Autostunden ist das Ahrtal vom Vogtland entfernt. Bis heute fahren Vogtländer am Wochenende noch vor Ort und helfen mit. Manche waren inzwischen fünfmal und mehr dort. Ab September hatte sich das Camp zu einem Fachkräftecamp weiterentwickelt. Dachdecker, Elektriker, Fließenleger, Tischler waren gefragt und kamen aus ganz Deutschland. Zwei Jungs, die zu den ersten im Camp zählten, aus dem Ruhrpott stammen, mit ihren Baggern an vorderster Front standen und dabei sehr viel Elend gesehen haben und ertragen mussten, sind bis auf weiteres sogar ins Ahrtal gezogen, worüber die ARD einen Bericht gedreht hat. Ein Großteil des Schutts ist zwischenzeitlich beseitigt. Strom, Wasser, Gas und Abwasser funktionieren an vielen Stellen bereits wieder - aber noch nicht überall. So wurde Anfang Dezember im Dorf Kreuzberg die Kläranlage fertiggestellt. Es gibt aber noch keine Stromtrasse dorthin. Daher liefert ein Stromaggregat von „Vogtland hilft“ die nötige Energie. Stromaggregate, zwei Quads, unzählige Hochdruckreiniger, professionelle Maschinen und Geräte für Sanierungsarbeiten sowie Installationsmaterial…all das konnte angeschafft werden und wurde ermöglicht von über 700 Spendern, welche über 110.000 Euro gespendet haben. 

Leider werden bis zum heutigen Tag die bundesdeutschen Fluthilfen immer noch nicht ausgezahlt. Die betroffenen Menschen sind daher in den Winter hinein weiter auf sich selbst gestellt und auf Spenden angewiesen.

Neben der allgemeinen Unterstützung konnten wir beispielsweise einer Familie als Härtefall auch ganz konkret helfen. Eins der vier Kinder ist Autist und der Vater hat fortgeschrittene MS. Das behindertengerecht umgebaute Auto hatte durch die Flut Totalschaden. Das Haus der Familie wurde auf zwei Etagen schwer beschädigt. Mit den Geldern der Versicherung konnte der Kredit des alten Fahrzeugs nur in Teilen abbezahlt werden. Die Überlastung der letzten Monate führte bei der Mutter zu einer schweren Depression. Über Crowdfunding konnten nun gut 7000 Euro eingesammelt werden. „Vogtland hilft“ unterstützte mit zusätzlichen 6000 Euro. So konnte die Familie ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen. Ehrenamtliche KFZ-Mechaniker bauten es behindertengerecht um.

Bereits im Sommer war deutlich, dass die Arbeiten mehrere Jahre dauern werden. Daher unterstützten wir seit Ende Juli die Bemühungen, bis zum Winter Mobilheime (Tiny Houses) zu errichten, in denen Familien winterfest untergebracht werden können. Nach langen und zähen Verhandlungen mit politischen Verantwortungsträgern inkl. vieler Rückschläge hat schließlich die „Aktion-deutschland-hilft“ das Projekt gerettet und die Finanzierung der 170 Mobilheime übernommen.  25 Mobilheime stehen u.a. in der Grafschaft Ringen, worüber am 2.Weihnachtsfeiertag auch die Tagesschau berichtete. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Verbandsgemeinde Altenahr orderten je 64 Tiny Houses,  42 Minihäuser wird es in Sinzig geben, dazu ein Wohncontainerdorf im Apollinarisstadion in Bad Neuenahr. Mit rund 10.000 Euro refinanzierte „Vogtland hilft“ die Materialkosten zur Erschließung an zwei Standorten der Mobilheime. Die Bauleistungen dort wurden von Ehrenamtlichen erbracht.  

Wir möchten uns bei allen bedanken, die sich in den letzten Monaten mit
Geld- und Sachspenden beteiligt haben, mit persönlichem Einsatz vor Ort halfen und auch im stillen Gebet sich mit den betroffenen Menschen verbunden fühlten.



Ahr-Psalm
Schreien will ich zu dir, Gott...
Stephan Wahl 19. Juli 2021

 

Wo wir helfen
Derzeit sind wir in verschiedenen Stadteilen von Ahrweiler, in Dernau sowie den Dörfern oberhalb von Dernau tätig.

1. Geldspenden
Die eingehenden Spenden werden zu 100 % für das Projekt genutzt zur Anschaffung der Dinge, welche wir auch als Sachspende aufzählen.  
Um den organisatorischen Aufwand in Grenzen zu halten, bitten wir Sie zum Beispiel für Spendenquittungen um eine mail an mit Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten. 

Spendenkonto:

Diakonie Auerbach
Sparkasse Vogtland
Kontoinhaber: Diakonie Auerbach
IBAN: DE52 8705 8000 3551 0048 53
BIC: WELADED1PLX
Verwendungszweck: Hochwasser 2021

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