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Presse, „Der Sonntag“ 01.07.2010
Weniger Geld für Engagierte
Das Vorlesen im Pflegeheim, die Telefonseelsorge oder der Kinderchor in der Kirchgemeinde: Ohne ehrenamtliches Engagement wäre die Gesellschaft um vieles ärmer. Das sächsische Sozialministerium kürzt in diesem Jahr die finanzielle Unterstützung von Ehrenamtlichen stark.Über die Folgen sprach Andreas Roth mit Alexander Flachsbart, Vorstand der Diakonie Auerbach.
Der Sonntag: Herr Flachsbart, wozu brauchen Ehrenamtliche Geld vom Staat?
Flachsbart: Vielen unserer 170 Ehrenamtlichen entstehen Kosten, wenn sie sich engagieren: Sie müssen zu ihrem Einsatzort fahren, telefonieren oder Briefe schreiben. Deshalb bezahlt der Freistaat Sachsen bisher den Ehrenamtlichen neun Monate pro Jahr eine Pauschale von monatlich 40 Euro.
Flachsbart: Vielen unserer 170 Ehrenamtlichen entstehen Kosten, wenn sie sich engagieren: Sie müssen zu ihrem Einsatzort fahren, telefonieren oder Briefe schreiben. Deshalb bezahlt der Freistaat Sachsen bisher den Ehrenamtlichen neun Monate pro Jahr eine Pauschale von monatlich 40 Euro.
Der Sonntag: Wie stark treffen die Kürzungen die Diakonie Auerbach?
Flachsbart: Der Freistaat zahlt den Ehrenamtlichen nun nur noch sieben Monate im Jahr die Pauschale. Das ist eine Kürzung um knapp ein Drittel. Außerdem werden bestimmte Bereiche gar nicht mehr unterstützt, weil sie beispielsweise durch die Pflegeversicherung finanziert sind. Das trifft beispielsweise Ehrenamtliche, die alten Menschen in Heimen vorlesen oder mit ihnen spazieren gehen. Die Kassen bezahlen nur die Pflege und das Essen. Die zusätzliche Arbeit der Ehrenamtlichen ist elementar wichtig für ein menschenwürdiges Leben der Heimbewohner.
Flachsbart: Der Freistaat zahlt den Ehrenamtlichen nun nur noch sieben Monate im Jahr die Pauschale. Das ist eine Kürzung um knapp ein Drittel. Außerdem werden bestimmte Bereiche gar nicht mehr unterstützt, weil sie beispielsweise durch die Pflegeversicherung finanziert sind. Das trifft beispielsweise Ehrenamtliche, die alten Menschen in Heimen vorlesen oder mit ihnen spazieren gehen. Die Kassen bezahlen nur die Pflege und das Essen. Die zusätzliche Arbeit der Ehrenamtlichen ist elementar wichtig für ein menschenwürdiges Leben der Heimbewohner.
Der Sonntag: Wie reagieren die Ehrenamtlichen auf die Kürzungen?
Flachsbart: Sie empfinden das als Geringschätzung ihrer Tätigkeit durch den Staat. Es ist eine leichte Frustration spürbar. Wir haben Ehrenamtliche, die von Hartz IV leben müssen. Wenn die Förderung weiter gekürzt wird, könnten sie sich die Fahrkarten nicht mehr leisten und müssten mit ihrer Arbeit aufhören.
Flachsbart: Sie empfinden das als Geringschätzung ihrer Tätigkeit durch den Staat. Es ist eine leichte Frustration spürbar. Wir haben Ehrenamtliche, die von Hartz IV leben müssen. Wenn die Förderung weiter gekürzt wird, könnten sie sich die Fahrkarten nicht mehr leisten und müssten mit ihrer Arbeit aufhören.
Der Sonntag: Im Dezember 2009 führte das sächsische Sozialministerium die Ehrenamtskarte ein, mit der Ehrenamtliche günstig in Kultureinrichtungen kommen. Also tut der Freistaat doch etwas?
Flachsbart: Das Werbematerial und die Plastikkarten, die für diese Aktion hergestellt wurden, sind sicher nicht billig gewesen. Doch unsere Ehrenamtlichen wollen die Karte nicht haben, denn alle mitwirkenden Angebote sind weit weg vom Vogtland.
Flachsbart: Das Werbematerial und die Plastikkarten, die für diese Aktion hergestellt wurden, sind sicher nicht billig gewesen. Doch unsere Ehrenamtlichen wollen die Karte nicht haben, denn alle mitwirkenden Angebote sind weit weg vom Vogtland.
Der Sonntag: Wie wichtig wird das Ehrenamt in Zukunft sein?
Flachsbart: Ein Beispiel: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen wird sich in den nächsten 30 Jahren verdoppeln. Ehrenamtliche Arbeit wird dann noch wichtiger werden – und darf nicht abgewertet werden.
Flachsbart: Ein Beispiel: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen wird sich in den nächsten 30 Jahren verdoppeln. Ehrenamtliche Arbeit wird dann noch wichtiger werden – und darf nicht abgewertet werden.





























